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Biografie

 

„… Mit Svato Zapletal sei ein letzter Schüler Sichowskys erwähnt, der in der kleinen Gemeinde Hamburger Buchkünstler seit Jahrzehnten seinen Platz behauptet. Wie Quadflieg und Rohse steht Zapletal einer Einmann-Werkstatt vor. Auch ihm verschaffte der bedeutende Typograf Zugang zu einem Reich, das auf den zwei Säulen Handsatz und Buchdruck fußt. Die Ganzheit von Typografie im Blick haltend, setzt Zapletal sie in einer der jeweiligen literarischen Vorlage angemessenen Art und Weise ein. Sein Augenmerk bei der Literaturauswahl gilt ferner weniger den unter Büchermachern beliebten Klassikern wie Kleist oder Goethe.

Ihm ist es ein besonderes Anliegen nicht das Massengerechte, sondern das gemeinhin Unbekannte und zugleich literarisch Wertvolle zu entdecken und zu publizieren. Lächerliches und Erhabenes, Gewagtes und Merkwürdiges stehen gleichberechtigt nebeneinander. Der Zeichner Zapletal entnimmt den literarischen Vorlagen die in Handlung gesetzten Wesen nur in dem für seine emotionalen Themenfindungen nötigen Maße.

Insgesamt studierte Zapletal sieben Jahre an der Hochschule für bildende Künste Hamburg und belegte zwischen 1971 und 1977 außer Typografie noch Malerei bei dem Bauhaus-Schüler Hans Thiemann sowie Grafik nebst Schriftgrafik bei Gerhard Rühm und Werner Bunz. So verschieden seine Lehrer waren, so variantenreich sind seine künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten als Büchermacher und freischaffender Künstler. Den Svato Verlag gründete er 1977 gemeinsam mit Hajo Lüst und Renate Hampke. Doch währte die Zusammenarbeit nur zwei Jahre. Mittlerweile erschienen in der Edition über 67 Bücher.

Weiß er sich bei schweren Themen einer Palette divergierender Grautöne zu bedienen, zeichnet das Gros seiner Bucharbeiten heitere Buntheit aus. Nie bildet er in der ausgeführten Zeichnung Szene und Umgebung ab und nur selten die Figuren selbst. Seine Bildfindungen zeugen von einem anderen Gestaltungswillen als die Werke Quadfliegs und Rohses, die die Hamburger Buchkunstszene in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein Stück weit dominierten.

Im kleinen Buchformat komprimiert, räumt der in Hamburg und Tschechien lebende Buchkünstler und Grafiker Zapletal anderen künstlerischen Ausdrucksformen breiten Raum ein. Seine Figuren lassen sich in einem Augenblick übersehen. In seinen Grafiken setzt er auf wenige, kräftige Farbkontraste, homogene monochrome Flächen und klare Schnitte. Seine bisweilen avantgardistisch anmutenden Farbbilder sind kraftvoll, kunstreich in der Komposition und frei von Zweideutigkeit. Gelegentlich bleiben die farbenfrohen Bilder bei leichten Andeutungen stehen und wirken auf eine der Poesie adäquatere Weise, da die Fantasie des Betrachters aufgefordert ist, Konturen zu ergänzen.“

Dr. Johannes Pommeranz (Zitiert aus dem umfangreichen Katalog „Wunderbare Bücherwelten: Moderne Buchkunst aus Hamburg von Johannes Pommeranz, S. 28f.“, der anlässlich einer gleichnamigen Ausstellung im Germanischem Nationalmuseum Nürnberg (10.12.2009-11.4.2010) herausgegeben wurde).

Die Werkstatt in Tschechien

Lebenslauf und Auszeichnungen

1946 in Prag geboren

1964 Fachabitur, danach Arbeit als Maschinenbautechniker, Beifahrer, Zirkusarbeiter

1969 Übersiedlung in die Bundesrepublik, Helfer bei der Weinlese in der Pfalz, danach in Landau/Pfalz als Techniker tätig

1971 – 77 Studium der Freien Kunst an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg bei Hans Thiemann, Werner Bunz (Malerei), Gerhard Rühm und Richard von Sichowsky (Typografie), mit dem Schwerpunkt Grafik, seitdem als freiberuflicher Künstler arbeitend

1975 erste Buchveröffentlichung

1976 Gründung des Svato Verlags, zusammen mit Renate Hampke und Hajo Lüst

Seit 1979 alleinige Weiterführung des Verlages als eine bibliophil und literarisch orientierte Edition

1976 – 82 verschiedene Tätigkeiten: Bauarbeiter, Stuckrestaurator, Illustrator und Zeichner. In dieser Zeit liegt der Schwerpunkt auf der Malerei, daneben Weiterentwicklung der Grafik- und Buchproduktion.

Seit 1983 bis heute sind mehr als 74 eigene bibliophil gestaltete Bücher, mehrere Grafikeditionen und Einblattdrucke herausgebracht worden.

Seit 1971 in Hamburg, seit 1994 auch in Tschechien lebend

 

Auszeichnungen

1989 „Die schönsten deutschen Bücher“ / Stiftung Buchkunst für  “Blutorange“

1993 „Premio internazionale biennale Felice Feliciano“ / Verona, für  „Blaue Stunde“

2001 „Die schönsten deutschen Bücher“ für „Einsame Liebschaften“

1993 und 2004 – Preis der Kulturbehörde Hamburg für buchkünstlerische Tätigkeit

2017 “V.O. Stomps Preis der Stadt Mainz” Verleihung im Gutenberg-Museum-Mainz anlässlich der Minipressenmesse Mainz

 

Die Bücher …

des Svato Verlages sind unverkennbar. Seit sie in Ausstellungen zu sehen waren und auf Buchmessen, haben ihre Frische und ihre grafische Kraft sich eingeprägt: man vergisst sie nicht wieder. Svato Zapletal hat einen Stil entwickelt, der mit scheinbar einfachen Gestaltungsmitteln ein Höchstmaß an Raffinement verbirgt. Ein großer Teil der Illustrationen sind Linoldrucke. Die figürlichen Szenen werden in ihrer Erscheinungsform so reduziert, dass sie ein fast abstraktes Bild ergeben. Die Farbe wird opak, flächig ohne jede Modulation eingesetzt. Belebend wirken die schmalen, hin und wieder vorkommenden Überschneidungen von Farbflächen, die Mischtöne ergeben. Die starken, häufig ungebrochenen Farben fügen sich zu Klängen, die das emotionale Thema des Bildes anschlagen. Manchmal wird das Weiß des Hintergrundes in die Komposition einbezogen. Der Eindruck einer Collage entsteht, aus den Abrissen farbiger Papiere zusammengestellt, manchmal kombiniert und akzentuiert durch vibrierende eingezeichnete Linien. Bei aller Spontaneität und Offenheit der Form werden immer wieder auch gliedernde Elemente eingesetzt, Begrenzungsstreifen an den Seiten, auch oben und unten, die der Illustration eine (unaufdringliche) Rahmung geben.

Immer wird jedoch der Gesamtheit des Druckes, der Doppelseite Rechnung getragen: Elemente und Illustrationen können auf die Ränder der gegenüberliegenden Seite übergreifen oder sich dort wiederholen, ein Farbton der Komposition wird für einen Titel oder eine Schmucklinie der Textseite verwendet. Die Bücher begegnen uns voller subtiler kleiner Überraschungen, hier gibt es kein déja-vu. Als entfernte Verwandte fallen allein die Collagen-Bücher des großen Matisse ein, die die klare Farbigkeit und heitere, dabei nur scheinbare, Unbekümmertheit besaßen, die auch diesen Illustrationen eigen ist.

Hinzu kommt bei Zapletal, im Vergleich mit den pflanzlichen und ornamentalen Motiven bei Matisse, die psychologische Komponente, die Häufigkeit der menschlichen Figur, und nicht zuletzt ironische Verweise, die die Illustrationen stärker literarisch wirken lassen. Nicht alle Bücher Svato Zapletals erschienen im eigenen Verlag. Sein Können hat sich durchgesetzt, er ist immer häufiger gefragt als Grafiker, Illustrator oder Gestalter.

Dr. Eva Hanebutt-Benz